Garten Herlet

Das Grundstück des Garten Herlet gehörte vom 15. Jhd. bis Ende des 19. Jhd. zum „Eltz-Kempenicher Hof“ und ist in alten Plänen als „Weinberg“ oder „Garten“ ausgewiesen. Es handelt sich damit wahrscheinlich um die einzige Fläche im Zentrum der Koblenzer Altstadt, die niemals bebaut war. Auch nach dem Verkauf der Eltz’schen Besitztümer blieb die Fläche kontinuierlich Gartenland, bis die letzte Besitzerin, Frau Agnes Herlet, den Garten im Jahr 1980 der Stadt Koblenz geschenkt hat.

Seit dem Tod der Erblasserin wurde der Garten nicht mehr bewirtschaftet. Es gab etliche Bauvoranfragen für eine Nutzung als Parkfläche. Doch der für die Fläche zuständige städtische Eigenbetrieb Grünflächen machte sich gegen eine Bebauung stark, um eine (halb)öffentliche Grünfläche im historischen Zentrum der Stadt mit dessen extrem hohen Baudichte zu erhalten und aufzuwerten.

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Im Frühjahr 2008 geriet der Garten Herlet als zentrale Fläche für das Projekt GenerationenSchulGärten ins Gespräch. Er bietet viele Vorteile: Er gehört der Stadt Koblenz, ist zentral gelegen und rundum abgeschlossen. Im Umkreis befinden sich mehrere Schulen unterschiedlicher Schularten sowie ein Alten- und Pflegeheim.
Nachdem der Stadtrat den Beschluss gefasst hatte, den Garten Herlet im Sinne eines GenerationenSchulGartens zu entwickeln, wurde der Eigenbetrieb Grünflächen unverzüglich aktiv und organisierte Rodungs- und Räumungsarbeiten in Kooperation mit der CarMen gGmbH.

In einem ersten Ausbau-Schritt wurden die Erdarbeiten zur Vorbereitung der Nutzbeete und anderen Grünflächen, Anlage der Wege sowie die Strom- und Wasserversorgung ermöglicht.

Ursprünglich sollte der Garten im Mai 2011 eröffnet werden. Doch es kam anders: Bei Bodenuntersuchungen wurde festgestellt, dass die Bombardierung von Koblenz im Zweiten Weltkrieg auch an diesem unschuldigen Ort seine Spuren hinterlassen hatte: Schwermetalle und giftige organische Substanzen wurden zum Teil hundertfach über den Grenzwerten im Boden nachgewiesen. Als Folge davon musste der gesamte Boden ausgetauscht werden - welch ein Jammer, denn es war aus gärtnerischer Sicht ein fantastisches Substrat, seit Jahrhunderten bewirtschaftet, ein sehr humoser, lockerer, fruchtbarer Boden!

Am 22. September 2011 fand schließlich die feierliche Eröffnung des Garten Herlet statt.

Im Garten Herlet sollen Jung und Alt gemeinsam werkeln, sich austauschen und begegnen – und so miteinander, voneinander und füreinander lernen. Aber der Garten soll nicht nur ein Begegnungs- und Lernort für die Akteure sein, sondern zum Zentrum des GenerationenSchulGarten-Netzwerks Koblenz und zu einem überregionalen Modell-GenerationenSchulGarten entwickelt werden.